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Instagram Reels – Really The Next Big Thing?

Instagram Reels
Ist Instagram-Reels der neue heiße Scheiß?

 

Was ihr könnt, das können wir schon lange … aber macht ihr erstmal vor! Es ist nicht das erste Mal, dass Instagram bzw. Facebook sich von anderen Apps Features abschaut und diese dann in die eigene, schon vorhandene App in etwas abgewandelter Form integriert. Das prominenteste Beispiel vor Reels war wohl das Story-Format auf Basis des Social-Media-Konkurrenten Snapchat.

Nun folgt also Reels – dieses Mal auf Basis des aufstrebenden Social-Media-Players TikTok, ehemals Musically. Aber was ist Reels überhaupt genau?

Posts? Kennen wir! Storys? Kennen wir auch! Reels ähneln wohl am meisten den Storys, da sie kurze, bis zu 15 Sek. lange Videos sind, die mit Musik unterlegt werden können. Der Unterschied zu den Storys besteht darin, dass die Reels-Videos in Instagram direkt editiert und auch aus mehreren Videos zusammengeschnitten werden können. Natürlich können die Videos auch in einem anderen Programm editiert werden und dann hochgeladen werden. Es ist also alles sehr ähnlich zu TikTok.

 

Eine Kopie, ist eine Kopie, ist eine Kopie …

Ob ich das „Abgucken“ nun gut finde, oder nicht, spielt in diesem Artikel keine Rolle. Unsere Aufgabe ist es ja, das Feature aus User- und Marketer-Sicht zu beurteilen.

Aus User-Sicht konnte ich dem neuen Feature bis jetzt nicht besonders viel abgewinnen. Ich komme wohl nur über die Discover-Funktion und dann über das erste, in der oberen Bildschirmhälfte prominent angezeigte Reels-Video auf den Feed. Anscheinend werden die Videos aber auch im Story-Bereich und im Feed angezeigt, wenn einer der Leute, denen mal folgt, die Funktion genutzt hat. Bei mir war das noch nicht der Fall …

Die mir angezeigten Videos des Reels-Feed waren im Vergleich zu meinem TikTok-Feed nicht besonders spannend und häufig habe ich auch Re-Posts von TikTok gesehen (erkennbar durch das TikTok-Wasserzeichen auf den Videos). Auch die Edit-Funktion der Reels-Videos fand ich auf den ersten Blick nicht sehr intuitiv. Diese befindet sich im Story-Editing-Bereich, in dem man nun zwischen Live, Story und Reels switchen kann. An sich ähnelt das Editing den Instagram-Stories, allerdings mit ein paar mehr Funktionen, wie Geschwindigkeit und Übergänge.

Aber kommt Reels bei der Instagram-Community wirklich an? Genau das testet Instagram ja gerade: Nach Brasilien im November 2019 wird das Feature jetzt zunächst in Deutschland und Frankreich zum Test bereitgestellt. Da bleibt nun die Frage, ob die User, die sich gerade an TikTok gewöhnt haben und TikTok anfangs auch sehr skeptisch gegenüber waren, jetzt bereit sind, sich wieder umzustellen?

Wie ihr merkt, bin ich als User bis dato nicht gerade sehr begeistert von dem „neuen“ Instagram-Feature. Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Wie sieht das ganze denn aus Marketer-Sicht aus? Schließlich verdienen wir ja damit unsere Brötchen und dann ist es an erster Stelle erstmal egal, ob uns das Feature privat nun gefällt oder nicht. Solange es andere User nutzen und es damit für Werbezwecke relevant wird, finden wir es aus Marketer-Sicht natürlich trotzdem spannend.

 

Reichweite vs. Viralität

Der größte Unterschied zwischen TikTok und Instagram und damit wohl der ausschlaggebende Grund für Erfolg oder Scheitern von Reels, wird wohl die relativ sicher vorhersagbare Reichweite von Instagram-Inhalten sein. Während die meisten TikTok-Inhalte nicht über die Follow-Funktion von anderen Usern, sondern über den For-You-Feed konsumiert werden, der sich nach dem individuellen Nutzungsverhalten richtet, werden Reels, genauso wie alle anderen Instagram-Inhalte, den Followern der User direkt ausgespielt.

Wenn man also auf TikTok ein cooles Video veröffentlicht, besteht eine nicht geringe Chance, dass das Video „viral“ geht oder zumindest eine Reichweite erlangt, die organisch auf anderen Kanälen völlig unrealistisch wäre. Ist es allerdings nicht interessant genug, verschwindet es im Meer von TikToks und kaum einer wird es sehen. Zusätzlich gibt es natürlich noch die Paid-Media-Kampangen, die über TikTok direkt eingesteuert werden müssen und zumindest eine gewisse Reichweite garantieren. Einen separaten „Post-Push“ wie bei Instagram/Facebook gibt es hier nicht.

Bei Instagram-Reels verhält sich das anders: Wenn ich hier für ein Unternehmen Reels produziere und veröffentliche, habe ich die „Sicherheit“, dass zumindest ein Teil meiner Follower diese Videos sehen und anschauen werden. Die Chance, dass ein Video viral gehen wird, ist dagegen verschwindend gering. Allerdings überwiegt hier natürlich die Sicherheit, dass erstellte Inhalte auch auf jeden Fall konsumiert werden, wenn auch nicht in der (hypothetischen) Größenordnung von TikTok-Inhalten. Und wie wir die meisten Unternehmen kennen, wird hier erstmal auf Sicherheit gesetzt, bis andere, mutigere Marketingabteilungen den neuen Markt ausgetestet haben.

 

Die User bestimmen den Markt

 Allerdings bleibt erstmal noch abzuwarten, wie die User das Feature überhaupt annehmen. Bis dahin werden wohl auch die meisten Unternehmen noch die Füße stillhalten und sich das erstmal genau anschauen.

Deshalb meine finale, vorläufige Einschätzung: Ich denke, dass Reels für einige Marketingabteilungen ein willkommenes Feature sein kann. Sie müssen sich nicht auf eine neue und noch nicht vollends etablierte Plattform wie TikTok wagen, sondern können Reels ganz in Ruhe im sicheren Instagram-Hafen ausprobieren. Man sollte Instagram-Reels auf jeden Fall gut im Auge behalten und sich auch in der Unternehmenswelt entsprechend darauf vorbereiten.